Ein Ort mit Geschichte.
Und Geschichten.

Seit mehr als 140 Jahren gehört der Bahnhof zu Kornelimünster. Was 1885 als Haltepunkt an der Vennbahn begann, ist heute ein Ort zum Essen, Trinken und Zusammensein.

Die Gleise sind verschwunden.
Der Bahnhof ist geblieben.

Illustration der Bahnhofsvision in Kornelimünster Illustration: Jim Batman

1885 · Erster Halt

Ein Sonderzug nach Monschau

Am 30. Juni 1885 wurde das erste Teilstück der Vennbahn von Rothe Erde bis Monschau eröffnet. Ein Sonderzug verließ Aachen am Morgen und fuhr über Rothe Erde, Brand und Kornelimünster in Richtung Monschau.

Sechs Personenwagen, ein Güterwagen und rund 80 Gäste gehörten zu diesem ersten Zug. An Bord waren unter anderem Vertreter der Eisenbahndirektion und der Regierung.

Entlang der Strecke wurde der Zug festlich empfangen. In Kornelimünster begrüßte ihn eine Musikkapelle, in anderen Orten warteten Fahnen, Böllerschüsse und Festkomitees.

Für die Region begann damit ein neues Kapitel.

Die Vennbahn

Eine Verbindung durch die Region

Die Geschichte der Vennbahn hatte bereits Ende des 19. Jahrhunderts begonnen. Geplant war zunächst eine Bahnverbindung von Aachen-Rothe Erde über Monschau und St. Vith bis nach Prüm in der Eifel.

Später wurde eine Weiterführung bis Luxemburg vorgesehen. Die Strecke sollte Luxemburg und das besetzte Lothringen mit den Eisenhütten des Aachener Raums verbinden.

Mit der neuen Bahn verbanden sich große Erwartungen. Sie sollte Orte erschließen, Menschen miteinander verbinden und der wirtschaftlichen Entwicklung der Region neue Möglichkeiten eröffnen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg

Die Strecke verliert an Bedeutung

Nach dem Zweiten Weltkrieg verlor die Vennbahn zunehmend ihre frühere Bedeutung.

1960 Der letzte Personenzug verkehrt.
1980 Der letzte Güterzug folgt.

Anfang der 1980er-Jahre begann schließlich der Rückbau der Strecke zwischen Brand und Kornelimünster. Wo früher Züge unterwegs waren, entstand später der heutige Rad- und Fußweg auf der ehemaligen Vennbahntrasse.

Der Bahnhof von Kornelimünster aber blieb.

2006 · Ein neuer Halt

Die Bahnhofsvision

Am 26. Oktober 2006 begann für das Gebäude ein neues Kapitel: Im alten Bahnhof eröffnete die Bahnhofsvision.

Aus einem Ort des Ankommens und Weiterfahrens wurde wieder ein Ort der Begegnung – nur auf eine andere Art.

Heute wird hier nicht mehr auf den nächsten Zug gewartet. Man kommt zum Essen, auf ein Getränk, für einen Abend mit Freunden oder einfach auf einen Zwischenstopp vorbei.

Und so ist der alte Bahnhof auch ohne Gleise geblieben, was er immer war: ein ganz besonderer Haltepunkt.

Historische Angaben nach: Heimatblätter des Kreises Aachen, Die Vennbahn, 1994.